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  • Die Geschichten sind wichtiger als die Geschichte

    Stimmt diese Legende? Hat die wunderbare Geschichte des heiligen Jakob vielleicht doch einen wahren Kern? Oder ist dies alles erfunden, aus den unterschiedlichsten Gründen vielleicht: Es gab im Laufe der Geschichte viele Zweifler an der Echtheit des Apostelgrabes. Der prominenteste war sicherlich Martin Luther, der sogar der Meinung war, dass sich wohl eher ein toter Hund in dem Sarkophag befindet als der Leichnam des Apostels! Zudem findet sich in den ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Missionstätigkeit kein einziger Hinweis darauf, dass Jakobus in Spanien missioniert haben soll.

    Das Entstehen des Jakobskultes lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen: Zum einen war es für die römische Kirche und für das christliche Königreich Asturien im Norden Spaniens unbedingt erforderlich, dass für die Rückeroberung der von den Arabern besetzten spanischen Halbinsel der schmale Küstenstreifen im Norden aufgewertet wurde. Zum anderen gab es innerkirchliche Rivalitäten und es war für den Bischof von Iria (in der Nähe Santiago de Compostelas) ein Glücksfall, dass das Apostelgrab „entdeckt“ und der Ort damit in den Besitz einer unsagbar wertvollen Reliquie und damit zu großer Anziehungskraft gelangte.

     

    Die geschichtliche Bedeutung und der Stellenwert des Jakobsweges für jeden einzelnen Pilger wird durch die Tatsache, dass das Apostelgrab gar nicht existiert, in keinster Weise geschmälert: Das beweisen gerade heute tausende von Pilgern, die auf diesem Weg näher zu sich selbst, zu ihren eigenen Bedürfnissen und damit näher zu Gott finden!

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