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  • Gibt es irgendwelche Gründe dafür, dass auch in der Zukunft Menschen zu Fuß auf einem Weg unterwegs sein sollten, der zu einem Ziel führt, das gar nicht existiert?

    Diese Gründe gibt es, und sie treffen auch für unsere Zeit zu: Viele Menschen klagen über den Verlust von Sinn in einer Welt, die, so scheint es zumindest, immer oberflächlicher, immer materialistischer und vor allem immer schneller wird. Wir brauchen alles in „Echtzeit“, wir müssen immer und überall für jeden erreichbar sein und unsere Erfahrung von Wirklichkeit beschränkt sich zusehends auf die Bilder dieser Wirklichkeit.

    Wir und unsere Kinder verlernen in zunehmendem Maße die Fähigkeit, unsere ureigensten und wichtigsten Bedürfnisse wahrzunehmen, zu spüren und sie zu befriedigen. Und eines dieser Bedürfnisse ist es, sich Fragen zu stellen und eine Antwort darauf zu suchen: Wer bin ich? Wie soll ich mein Leben führen? Was ist mir wichtig? Welchen Sinn hat mein Leben? Kann Glaube mehr sein als eine Sammlung von Floskeln? Sie werden als Pilger keine Antwort bekommen. Aber auf dem Jakobsweg – auch auf dem Jakobsweg in Tirol – ist es möglich, sich diese Fragen zu stellen. Es dauert Jahre, bis diese Fragen beantwortet werden. Pilgern heißt auch in der Zukunft: unterwegs zu sein, Sehnsucht zu spüren und sich Fragen zu stellen. Und es gibt Zeichen, die auf die Antworten verweisen. Der ganze Jakobsweg ist ein Zeichen, ein Symbol und ein Ritus, der auf die Antworten verweist. Wer pilgert, ist auch in der Zukunft kein Aussteiger auf Zeit, sondern ein Einsteiger. Ein Einsteiger in sein eigenes Leben!