Geleitwort des Bischofs von Innsbruck
Der Weg ist ein menschheitliches Symbol, das eng mit unseren Daseinserfahrungen verknüpft ist. Für alles, was einen Anfang und ein Ende hat, legt sich die Vorstellung vom Weg nahe. Der Gedanke vom Weg gehört außerdem zum ethischen Alphabet der Menschen. Sobald das Leben als Aufgabe und Tat begriffen wird, wird der Mensch in die Situation der Wahl und der Entscheidung versetzt. In fast allen Religionen gibt es die Vorstellung von der Reise oder vom Aufstieg der Seele zu Gott. Von der biblischen Botschaft her sind diese Wege auch Gotteswege, der mit dem einzelnen Menschen und mit dem Volk Gottes mitgeht. Der Gott der Bibel ist ein „Weg- oder Wandergott“. Das Johannesevangelium spricht in einem absoluten Sinn von Jesus als dem Weg: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).
Ich hoffe, dass viele auf dem „Jakobsweg Tirol“ die Melodie ihres ureigenen unverwechselbaren Lebens aufspüren. Ich wünsche den Gehenden, dass ihre Beziehungen und Bindungen geläutert werden und dass das Antlitz des Du klarer wahrgenommen wird. Ich erbitte für die Pilger, dass sie sich dem Geheimnis Gottes nähern.

- Manfred Scheuer Bischof von Innsbruck
Geleitwort des Erzbischofs von Salzburg
Sehr geehrte Pilger!
Das Unterwegssein, das Wandern das Pilgern ist ein zutiefst existentielles Geschehen. Zwischen dem Ausgang, der Herkunft und dem Ziel liegt der Weg der Pilgerschaft. Pilger sein bedeutet, Wegstationen durchgehen, Rast halten, innehalten, sich stärken und sich wieder aufmachen, das Ziel vor Augen. Pilgern bedeutet, das Notwendige mitnehmen und allen unnötigen Ballast abwerfen, um erleichtert zu sein und zielstrebig vorangehen zu können. Pilger sein heißt auch, mit Belastungen unterwegs sein, die Sorgen und Anliegen mit auf den Weg nehmen, um sie ins Heiligtum zu bringen, vor Gott und die Gemeinschaft der Heiligen.
Gerne nehme ich darum an Wallfahrten teil und gehe selber Pilgerwege. Ich fühle mich zutiefst als Wanderer und Pilger auf dem Weg und bin dankbar und froh, dass Gott alle Wege mitgeht und dass es so viele gibt, die den Weg begleiten.
Ich lade Sie herzlich ein, sich als Pilger auf den „Tiroler Jakobsweg“ zu begeben, an den einzelnen Stationen des Pilgerweges zu verweilen, Ihre Sorgen und Hoffnungen in Stille, im Gebet vor Gott zu tragen.
In Verbundenheit mit auf dem Weg, dem Ziel entgegen, wünscht gute Ankunft und gute Heimkehr, mit Gottes Segen,

- Dr. Alois Kothgasser Erzbischof von Salzburg




